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Regionales Integrationskonzept

Unsere Schule nimmt am RIK teil. Durch Einsatz einer Förderschullehrerin ist es möglich, Kinder mit Förderbedarf gezielt zu fördern. Gemeinsam mit den Klassenlehrerinnen werden für Kinder mit Teilleistungsschwächen Förderpläne erstellt und die Förderung teilweise übernommen. Hierdurch können wir Kinder in den Klassenverband integrieren, die unter konventionellen edingungen eine besondere Beschulung benötigen würden.

Regionales Integrationskonzept (RIK)

In der Stadt Wolfsburg ist in den letzten Jahren die Zusammenarbeit zwischen den Förderschulen und den allgemein bildenden Schulen kontinuierlich aufgebaut und entwickelt worden. In dem Regionalen Integrationskonzept (RIK) wird versucht, die unterschiedlichen Formen sonderpädagogischer Förderung zu strukturieren, zu koordinieren und zu einem verlässlichen Konzept zusammen zu führen. Daran beteiligt sich die GS Wendschott.

Ziele und Aufgaben

Das RIK - Konzept dient der Aufgabe, der Forderung aus 4 des Niedersächsischen Schulgesetzes nachzukommen:
"Schülerinnen und Schüler, die einer sonderpädagogischen Förderung bedürfen, sollen an allen Schulen gemeinsam mit anderen Schülerinnen und Schülern erzogen und unterrichtet werden, wenn auf diese Weise dem individuellen Förderbedarf der Schülerinnen und Schüler entsprochen werden kann und soweit es die organisatorischen, personellen und sächlichen Gegebenheiten erlauben." Dies bedeutet, dass integrative und kooperative Maßnahmen Vorrang vor der Beschulung an einer Förderschule haben.

Folgende Zielsetzung ist damit verbunden.

  • Schülerinnen und Schüler können ihren Mitschülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf durch ein positives Vorbild in sprachlicher und sozialer Hinsicht dienlich sein.

  • "Nichtbehinderte" Schülerinnen und Schüler sollen Rücksichtnahme und Toleranz im täglichen Umgang mit "behinderten" Mitschülern erwerben.

  • Die schulische Förderung soll für die betroffenen Schüler und Schülerinnen mit sonderpädagogischem Förderbedarf in ihrem sozialen Umfeld, einer Grundschule im Wohnbezirk, vollzogen werden, damit sich auch nachmittags Freundschaften entwickeln können.


Die am RIK beteiligten Grundschulen haben für die Förderschwerpunkte Lernen, Sprache und Verhalten den Baustein der sonderpädagogischen Grundversorgung erhalten. Das bedeutet, eine Förderschullehrkraft mit einem Stundenkontingent von zwei Unterrichtsstunden pro Klasse und Woche arbeitet als Additiv gemeinsam mit den Kollegen der Grundschule vorrangig an der Aufgabe, durch präventive Maßnahmen einer Beschulung an einer Förderschule vorzubeugen.

Während für die Schuljahrgänge eins und zwei vorrangig das Förderprinzip der Prävention gilt, kommt in den Schuljahrgängen drei und vier vorrangig das Förderprinzip der Intervention als Unterstützung bei Lernproblemen zum Tragen, um einen erfolgreichen Übergang in die weiterführende Schule zu ermöglichen.
Am Ende der Klasse zwei wird darüber entschieden, ob der geeignete Förder- und Lernort für das Kind die Grundschule oder die entsprechende Förderschule mit ihrem jeweiligen Schwerpunkt (Lernhilfe, Erziehungshilfe oder Sprachheilklasse) ist.

Die präventive und integrative Arbeit der Grund- und Förderschullehrkräfte bezieht sonderpädagogische Prinzipien der Förderschwerpunkte Lernen, Sprache und Verhalten mit ein.
Schülerinnen und Schüler mit Lernstörungen, Teilleistungsschwächen oder/und im Leistungsverhalten werden in elementaren Bereichen der Lernentwicklung wie der Wahrnehmung, Emotionalität, Motorik, Kognition und sprachliche Kommunikation diagnostiziert und entsprechend gefördert.
Die Zone der aktuellen Entwicklung ist Ausgangspunkt des pädagogischen Bemühens. Es wird versucht, Interesse an den Inhalten zu wecken und die handelnde Durchdringung der Bildungsinhalte zu ermöglichen, wie z. B. im Bereich der Mathematik.
Voraussehbaren Problemen beim Schriftspracherwerb soll mit geeigneten Methoden entgegengewirkt werden, wie z.B. das Silbenschwingen, etc. Schülerinnen und Schüler mit sprachlichen Beeinträchtigungen sollen lernen, die Fähigkeit zum sprachlichen Handeln auszubauen, indem kommunikatives Handeln in natürlichen Situationen angebahnt wird.
Bei Schülerinnen und Schülern, deren emotionale und soziale Entwicklung gestört erscheint, wird der Aufbau von Grundverhaltensweisen angebahnt u. a. mit Hilfe von außerschulischen Diensten.

Umsetzung an der GS Wendschott im Schuljahr 2010/11

1. Organisatorische Bedingungen

  • Die GS Wendschott ist seit Beginn des Schuljahres 2004/05 verlässliche Grundschule.

  • Seit dem Schuljahr 2003/04 nimmt die Schule am regionalen Integrationskonzept teil.

  • Im Schuljahr 2010/11 werden in der GS Wendschott 91 SchülerInnen in 4 Klassen beschult.

  • Zur Zeit arbeiten an der GS Wendschott 4 Lehrkräfte, 1 Lehramtsanwärterin, 2 pädagogische MitarbeiterInnen und 1 Förderschullehrerin.

  • Zur sonderpädagogischen Grundversorgung stehen der Schule derzeit 9 Wochenstunden zur Verfügung.


2. Förderung durch die Förderschullehrkraft

2.1 Prävention

Klasse1:
  • 8 Wochenstunden für die Eingangsdiagnostik bzw. Lernstandsfeststellung im 1. Schuljahr bis zu den Herbstferien.

  • Alle SchülerInnen der 1. Klasse werden mit dem Schulstarter, einem Screening zum Erfassen der Lernvoraussetzungen für Klasse 1 in Gruppen von etwa 2 bis 3 SchülerInnen überprüft. Die Durchführung pro Gruppe dauert etwa 2 Schulstunden, parallel zum laufenden Unterricht.

  • Diagnoseschwerpunkte: visuelle und auditive Wahrnehmung, Sprachkompetenz, Grob- und Feinmotorik, Leselernvorausetzungen, phonologische Bewusstheit, pränumerischer Bereich, kognitive Fähigkeiten , Ausdauer, Konzentration sowie Lernmotivation.

  • Beobachtung der SchülerInnen im Unterricht bzw. Mithilfe bei einzelnen Unterrichtsphasen.

  • Die Ergebnisse des Schulstarters bzw. die Unterrichtsbeobachtungen werden mit der jeweiligen Klassenlehrerin ausführlich besprochen. Die Werte bilden die Basis für die Dokumentation der individuellen Lernentwicklung. bzw. zur Erfassung von SchülerInnen mit einem Förderbedarf. Hierbei werden die Kindergarten-Beurteilungsbögen, die Protokolle der Sprachstandsfeststellung sowie die Berichte von der Schuleingangsuntersuchung des Gesundheitsamtes hinzugezogen.

  • Bei festgestellten Defiziten wird ein Förderplan zur Schaffung der grundlegenden Lernvoraussetzungen mit konkreten Zielen und Maßnahmen erstellt.

  • Die Förderschullehrkraft führt Elterngespräche über diagnostische Ergebnisse und Fördernotwendigkeiten.

  • Nach der Diagnosephase erhalten die SchülerInnen mit einem Förderbedarf eine individuelle Förderung zur Schaffung der grundlegenden Lernvoraussetzungen in Kleingruppen parallel zum Unterricht. Möglich sind auch kurze Übungssequenzen im gemeinsamen Unterricht.


Klasse 2:
  • SchülerInnen, die von der Förderkonferenz gegen Ende des 1 Schuljahres mit Defiziten in Deutsch (Sprache, Lesen, Rechtschreiben) und/oder Mathematik gemeldet wurden, erhalten 1 bis 2 Wochenstunden Förderung parallel zum laufenden Unterricht.

  • Die SchülerInnen werden je nach Förderschwerpunkten in Kleingruppen zusammengefasst.

  • Es wird darauf geachtet, dass der Förderunterricht für die betroffenen SchülerInnen nicht in für sie wichtigen Fächern stattfindet, damit keine weiteren Defizite auftreten, so z. B. in der Randstunde bzw. in der 0. Stunde.

  • Inhaltliche Schwerpunkte im Fach Mathematik: Zehnerübergang, Stellenwertsystem, Sachaufgaben, etc.

  • Inhaltliche Schwerpunkte im Fach Deutsch: Erlesen von Wörtern mit Konsonantenhäufung, Verwechslung von ähnlich klingenden Lauten (Wahrnehmungstrennschärfe z. B. g-k ) bzw. ähnlich aussehenden Buchstaben (Raum-Lage-Wahrnehmung z. B. d-b) sowie das Sinnverstehende Lesen und Rechtschreibprobleme.

  • Einsatz von formellen Tests (HSP1, HSP2, Stolperwörter-Lesetest)

  • Beratung der GS- Kollegen, Eltern und Schüler.

  • Bei Verdacht auf ADS/ADHS, einer Lese-Rechtschreibschwäche bzw. einer beginnenden Dyskalkulie werden Eltern darin unterstützt, die Hilfe außerschulischer Diagnose- und Förderinstitute (ZEUS, Lernzirkel, Mathe-Institut Peter Martens) in Anspruch zu nehmen.


2.2 Intervention

Klasse 3/ 4:
  • Die präventive Förderung verläuft in den 3. und 4. Klassen ähnlich wie in der 2. Klasse.

  • Eine intervenierende Förderung wird dann erforderlich, wenn bei einem Schüler eine außerschulische Institution zur Behebung der Lernprobleme in Anspruch genommen werden muss, z. B. ein Lerninstitut. In diesem Fall ist eine enge Zusammenarbeit zwischen dem Institut, der Förderschullehrkraft sowie dem GS-Kollegen erforderlich.

  • Zur Koordinierung der Fördermaßnahmen werden die für den Schüler aktuellen Ziele und Maßnahmen in einem individuellen Förderplan festgehalten.

  • Die Eltern werden beraten, wie sie in einem solchen Fall ihr Kind unterstützen können.


2.3 Integration

  • In der GS Wendschott wurden bereits bis zum Ende des letzten Schuljahres 2 Schüler mit festgestelltem Förderbedarf mit Schwerpunkt emotionale Entwicklung beschult. Beide Schüler wurden bis Ende der 4. Klasse zielgleich unterrichtet. Das autistische Kind erhielt permanent eine Unterrichtsbegleitung, um erfolgreich am Unterricht teilnehmen zu können.

  • Bei Bedarf könnten SchülerInnen mit festgestelltem sonderpädagogischem Förder- bedarf mit Schwerpunkt Lernen folgendermaßen integriert werden:
    In den Fächern Deutsch und Mathematik arbeiten sie zieldifferent mit und erhalten Aufgaben von der Förderschullehrkraft. Die Erarbeitung von neuen Themen erfolgt in der Einzelförderung bzw. einer geeigneten Kleingruppe. Die Weiterarbeit über Wochenplan und geeignetem Arbeitsmaterial geschieht im Klassenverband. Die Hausaufgabenvergabe und -kontrolle erfolgt durch die Förderschullehrkraft. Von ihr werden auch Lernkontrollen vorgenommen.
    Am Sachunterricht nehmen diese SchülerInnen im Klassenverband mit vereinfachten Arbeitsanweisungen und -aufgaben teil.
    Am Kunst- Musik- und Sportunterricht nehmen die SchülerInnen im Klassenverband teil.
    Die Förderschullehrerin berät die GS- Kollegen im Hinblick auf die Lernbedürfnisse der SchülerInnen, fertigt individuelle Förderpläne an und schreibt die Zeugnisformulierungen.


2.4 Förderkonferenzen

  • An der GS Wendschott werden zweimal im Schuljahr Förderkonferenzen zu den Zeugniskonferenzen durchgeführt. So sprechen sich regelmäßig alle an der Förderung Beteiligten über weitere Maßnahmen ab.